Fabrikbesetzung Mariannenplatz 13

Die Geschichte der Hausbesetzungen am Kreuzberger Mariannenplatz begann am 3. Juli 1971: Ca 300 Lehrlinge, Jungarbeiter, Schüler, Sozialarbeiter und Studenten besetzten drei Stockwerke eines seit längerer Zeit leerstehenden Fabrikgebäudes auf dem Grundstück Mariannenplatz 13. Das zweite Stockwerk war bereits an eine Lehrlingsgruppe vermietet. Die Besetzung war gut vorbereitet: Nachdem am ersten Tag die Polizei noch die üblichen Verhaftungen vornahm und mit einem Jugendstadtrat verhandelt werden musste, begann unmittelbar danach der Aufbau des "Jugendzentrum Kreuzberg". Am Gebäude wurde saniert, ein Trägerverein wurde gegründet, Mobiliar wurde organisiert und schon bald gab es hier eine Werkstatt, ein Fotolabor, Theaterproberäume, Gruppenräume und Beratungsstellen.
Im Umfeld dieser besetzten Fabrik gab es dann Überlegungen, weitere Räume für die Arbeiten der Jugendlichen zu eröffnen. Es gab bereits vage Zusagen von Politikern für Räume im Martha-Maria-Haus, ein Nebengebäude auf dem Bethanien-Gelände. Doch das drängende Problem der Jugendobdachlosigkeit und die Erfahrungen mit der Fabrikbesetzung machten Mut, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen: Die nötigen Werkzeuge, Kerzen etc. wurden organisiert, und auf der Veranstaltung an der TU am 8. Dezember 1971 aus Anlass der Erschiessung Georg von Rauchs wurde dann eine grosse Zahl von UnterstützerInnen für die Besetzung des Bethanien mobilisiert.

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