Ein historisches Gebäude

Seitenansicht Das neoromanische Gebäude am Mariannenplatz 1A war 1893/94 errichtet worden. Damals hieß es noch "Martha-Maria-Haus" und diente als Schwesternwohnheim und Lehrstätte für ca. 20 Diakonissinnen. Daran erinnert auch das Bibelzitat "Eins ist noth" über der Eingangstür. 1910/11 wurde das Gebäude zum Bethaniendamm hin erweitert.
Das Martha-Maria-Haus ist nur eines von mehreren Gebäuden auf dem Bethanien-Gelände. Zentraler Bau mit drei Flügel und zwei Türmchen ist das Bethanien-Hauptgebäude, 1845-47 als Krankenhaus erbaut.

Nachdem der Krankenhausbetrieb eingestellt worden war, sollte das Gebäude Mariannenplatz 1A wie auch viele andere Nebengebäude des Bethanien abgerissen werden. Durch Proteste verschiedener Gruppen konnte der Abriss verhindert werden, 1970 kaufte das Land Berlin die Gebäude zurück und stellte sie unter Denkmalschutz, allerdings ohne die voll funktionsfähigen Räume tatsächlich zu nutzen. Erst durch die legendäre Besetzung des Martha-Maria-Haus am 8. Dezember 1971 kam wieder Leben ins Bethanien.

Das Bethanien hatte bereits damals grossen Symbolwert in Kreuzberg: Im Mariannenplatzkiez gab es nur wenige soziale und medizinische Einrichtungen und viele Familien mussten aus Armut in zu engen Wohnungen leben. Gleichzeitig standen die repräsentativen Gebäude des ehemaligen Bethanien-Krankenhaus schon seit Jahren leer, waren in gutem baulichen Zustand und im Winter sogar durchgehend beheizt! Auch nach der Besetzung des Rauchhauses (das nördliche Nebengebäude) gab es noch lange und heftige Auseinandersetzungen um ein Nutzungskonzept für das Hauptgebäude (das ehemalige Krankenhaus und heutige Künstlerhaus Bethanien).

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